
LAURA IMBRUGLIA - S/T

Für diejenigen, die auch nach ausgiebiger Hirndurchforstung noch unsicher in der Einordnung des Namens sind, sei bestätigt, dass es sich bei Laura um die kleine Schwester der Sängerin ("Torn", danach weitestgehend nichts mehr) und Schauspielerin ("Neighbours", ja, da war auch die kleine Popmaus Kylie Minogue mal dabei) Natalie Imbruglia handelt. Orientieren tut sich die junge Dame allerdings weder an TV Ambitionen, noch an glamourösem Mainstream-Pop, sondern verfolgt auf ihrem selbstbetitelten Debut, den auf "It Makes A Crunchy Noise" (EP von zweitausendunddrei) eingeschlagenen Pfad zwischen Folk, Punk, Funk und Rock. Besonders deutlich wird der angestrebte Kreativmix durch den zehn Minuten Track "My Opus", in dessen Verlauf so ziemlich alle benannten Stilanleihen auf hohem Niveau abgearbeitet werden. Soviel auch zum Juwel des Albums. Was ansonsten bleibt, sind weitere elf melodische Spielereien, getragen durch eine mal sanfte ("What She Said"), mal trotzige ("Looking For A Rabbit") Stimme Lauras, akustisch ("I'ts Getting Worse") bis lärmende ("Lettuce & Anarchists") Gitarren und grotesk anmutende lyrische Ergüsse a 'la "I had a trolley full of carrots and started looking for a rabbit". Musikalische und textliche Schrägheiten wie diese treffen sicherlich nicht jeden Nerv auf Anhieb, doch sollte potentieller Interessent keine Furcht vor experimenteller Tonmalerei besitzen, sei ihm Laura Imbruglia zum Antesten sehr ans Herz gelegt. Das vielleicht nicht sonderlich gelungene Coverartwork sollte dabei nicht als Kriterium dienen.
