
LE CHAT NOIR

Ersparen wir uns gleich an dieser Stelle den Versuch, geschickt die (offensichtlich) unvermeidbaren weiß gestreiften Referenzen zu umschiffen und versuchen stattdessen Aufklärung an einer umgreifenden Vermutung zu leisten, wonach sich sämtliche Two-Piece Bands zwangsläufig dem Vergleich mit Jack und seinem minder begabten Schwesterherz Meg stellen müssen. So hat das transatlantische Doppel Le Chat Noir um Teddy Hesper und Eileen Spruce zunächst einen weitaus ungewöhnlicheren Weg zur Bandfindung zurückgelegt, der niedergeschrieben ohne Zweifel in Wochenmagazinen mit vornehmlich weiblicher Leserschaft seine Berechtigung finden dürfte. Die ganze Wahrheit und alles was noch zum neuen Output Deadwood in der Leber zwickt, erzählt uns Teddy aus erster Hand.
Eileen und ich kannten uns schon eine ganze Zeit bevor wir anfingen zusammen Musik zu machen. Sie lebte in L.A. und erzählte mir eines Tages das sie angefangen hat Drums zu lernen. Zu der Zeit häuften sich die Probleme meiner damaligen Band in der ich Bass spielte, also schrieb ich einige Songs auf Gitarre die ich wirklich gut fand, schickte sie an Eileen um damit zu üben. Daraus entstanden ein paar Demoaufnahmen die wir auf myspace packten und plötzlich eine große Fangemeinde nach sich zogen. Letztendlich beschloss sie nach Devon zu ziehen um gemeinsam mit mir zu leben und Musik zu machen. Ich glaube nicht unbedingt an Schicksal, aber dennoch bin ich sehr glücklich, dass wir uns gefunden haben.
...die Liebe
Ja, wir sind auch neben der Musik ein Paar, aber versuchen unser Privatleben soweit wie möglich von der Bandarbeit zu trennen. Denn es geht nicht wirklich jemanden etwas an was passiert, wenn wir nicht in der Öffentlichkeit stehen.
...die Verbindung von Le Chat Noir und Le Chat Noir
Als wir nach einem geeigneten Namen suchten, wollten wir nichts Gewöhnliches. Vielmehr sollte er etwas über unsere Musik aussagen. Der Pariser Club, Le Chat Noir, war eine regelrechte Utopie der früheren Avant Garde Szene und kreative Drehscheibe für frei denkende Künstler aus aller Welt. Eileen ist aus L.A., während ich den Großteil meines Lebens im ländlichen England verbracht habe. Genau dieser Austausch von Kultur hat unseren Sound sehr geprägt. Außerdem ist die schwarze Katze ein schickes und auffälliges Bild für unser Artwork.
Ich glaube letztendlich müssen die Hörer entscheiden ob ein Vergleich mit anderen gewissen Bands funktioniert. Allerdings bin ich der Meinung, dass es einfach nicht passt, da diese mehr aus dem Bereich Blues oder Pop kommen. Wir sind definitiv eine Rockband mit schwererem Sound. Auch nutzen wir den Umstand nicht als ein Gimmick um uns besser zu verkaufen, es ist halt so passiert.
Beide unsere Alben wurden als eine Art Sammlung von Kurzgeschichten geschrieben die in fiktiven Städten spielen. Zuerst Silver City und nun Deadwood. Der Name beschwört regelrecht Bilder von Zerfall und Verderben herauf. Es ist ein sehr düsteres Album über Korruption, Geisteskrankheit, Religion und Leid geworden.
Ich habe schon immer lieber versucht fiktive Ereignisse und Orte, als mein eigenes Leben in Worte zu fassen. Als weißer Kerl aus der Mittelschicht Europas wäre es unehrlich sein eigenes Leiden zu beschreiben, wenn so viele Menschen in der Welt ein viel schlimmeres Leben haben. Dennoch beschäftigen sich die Songs mit universalen Gefühlen die wir alle kennen. Ein Freund sagte mir, Deadwood habe ihm durch schlimme Zeiten geholfen, da er sich mit den Charakteren und Geschichten identifizieren konnte. Ich fühlte mich in dem Moment sehr geehrt, indirekt helfen zu können, da auch viele meiner Lieblingsbands mir in gewissen Situationen geholfen haben.
Eigentlich wollen wir nur weiter unsere Musik in ganz Europa verbreiten, da wir es lieben an neuen Orten zu spielen und Menschen kennenzulernen. Vielleicht schaffen wir irgendwann auch eine Tour in Amerika. Momentan sind wir aber bereits wieder sehr beschäftigt mit der Arbeit an unserem dritten Album Postcards From The Dark Highway.
Der Klick gen Westen
www.lechatnoir.org.uk
