LAURA IMBRUGLIA
In den Schuhen einer Schwester

Bekanntermaßen sind innerfamiliäre Kollaborationen im populären Musikgeschäft nichts Neues und wird diese Tradition allerorts gerne und zuhauf gepflegt. Doch sind anscheinend unsere Freunde aus Down-Under von einer besonderen Affinität der Stammbaumvielfalt beseelt und praktizieren diese in vollendetem Facettenreichtum. Neben der klassischen Brüderlein-Variante, die in Form vollständiger Bandstruktur wie AC/DC, INXS oder den BEE GEES daherkommt, wird die Soloartisten-Fraktion durch weibliches Geschwister-Doppel MINOGUE zumindest im Mainstream-Zirkus vertreten. Nehmen wir den Namen Imbruglia zur Hand, dürfte es nun in den Ohren all jener Soundjunkies klingeln, die Ende der Neunziger mit VIVA Dauerrotationen a `la Liquido zu kämpfen hatten. Doch weg vom Exkurs zur Thematik, ist hier nicht Fräulein Natalie ("Torn" hieß zuzeiten ihr Vorzeigetitel), sondern Laura gemeint, die im Gegensatz zum Schwesterherz nicht auf Bekanntheit ihrer Person im TV zurückgreift. "Ich brauche nicht in albernen O-Saft Werbespots aufzutreten um einen Fuß in die Tür zu kriegen. Ich konzentriere mich voll und ganz auf meine Musik". Debei bedient sich die junge Dame, ebenfalls Familientraditionell untypisch, der alternativen Independent Gangart und beglückt mit ihrem selbstbetitelten Debut nun auch das alte Europa. Direkt nach zugehöriger Tour, gab uns Miss Imbruglia gerne Auskunft über erste Schritte zum Rock n Roll, Tourleben und Familiensinn. Unkommentiert und unverfälscht.

Laura über die Anfänge


Angefangen Songs zu schreiben habe ich circa 1997. Zu der Zeit war ich furchtbar besessen von Nirvana und grundsätzlich in die Kerle meiner Schule verknallt die Gitarre spielten. Hat also Sinn gemacht selbst Gitarre spielen zu lernen um mit den coolen Jungs zu jammen. Und als ich anfing zu spielen, wollte ich natürlich auch sofort selber Songs schreiben. Die erste Live-Show war irgendwann Ende 2001, aber ich bin vorher oft bei irgendwelchen Schulveranstaltungen aufgetreten.

...Hintergründiges zum Debut

Laura Imbruglia ist bis heute ein Soloprojekt, manchmal trete ich aber mit Band auf. Die Songs und die Arrangements schreibe ich bis auf Coverversionen ebenfalls alleine. Was mich dabei inspiriert, weiß ich selbst nicht genau. Ich liebe den Sound von den Carpenters, Bob Dylan, Black Sabbath, The Kinks, Nirvana und vieles aus den 60s und 70s. Stilistisch ist das Album vielleicht schizophren, aber es ist mein erstes Album und ich habe fast fünf Jahre daran gearbeitet. Viele der Songs sind recht alt, drei Beziehungen kamen und gingen zwischen der Arbeit an den Titeln und daher gibt es nicht wirklich einen bestimmten Song der mir besonders am Herzen liegt.

...ihr Bestreben

Meine Mission ist ich selbst zu sein und die Menschen gut zu unterhalten, hoffe ich zumindest. Ich halte mich nicht für intelligent oder informiert genug um über zum Beispiel politische Dinge zu schreiben. Im Grunde handelt der Großteil meiner Songs von Liebe, also findet es am Besten selber heraus. Manche Leute haben den Sound mit Alice im Wunderland verglichen. Kann man vielleicht so stehen lassen, obwohl ich noch nicht wirklich darüber nachgedacht habe.

...Rock 'n' Roll Habitus

Ich habe so ziemlich überall hingekotzt als ich zuviel getrunken habe. Aufs Merchandising, in die Tiefgarage, ins Auto meines Managers, in den Tour-Van, naja, das ist vielleicht keine gute Angewohnheit.

...Tourleben in Europa

Generell lässt es sich in Europa viel schöner touren als in Australien, da man bei euch wesentlich mehr Support bekommt. Abgesehen von England, da sind keine Anfahrtskosten, keine Gästeliste drin und dazu kommt so ein Door Deal. Soll heißen, am Eingang wird gefragt welchen Künstler das Publikum sehen möchte und der Künstler bekommt 1 Pfund, wenn sein Name genannt wird. Es kann also passieren, dass du extra dorthin fliegst um zu spielen und mit 8 Pfund wieder raus gehst. Das ist schon ziemlicher Scheiß. Aber ich war während den Shows in Österreich Schlitten fahren und konnte zum ersten Mal Schnee sehen. Das war für mich als australisches Mädchen richtig super.

...Familienklan

Natalie und ich kommen wohl nach unserem Dad, der singt in einer Barbershop-Gruppe. Der Rest unserer Familie hat dagegen eher weniger mit Musik zu tun. An ein gemeinsames Projekt haben wir noch nicht gedacht. Vielleicht irgendwann einmal, aber momentan stehe ich lieber auf meinen eigenen Beinen und arbeite an der eigenen Zukunft.

Der Klick Down Under

www.myspace.com/lauraimbruglia







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