MICHAEL KNIGHT
Blackly Comic Loser In Polyphony

Zu Zeiten, in denen unser aller 'Hoff' lediglich durch öffentliches EinnĂ€ssen unsere Erinnerung juckte und selbst der geneigte Trash-TV-Junkie sich nur wage den glamourösen Heldentaten eines Lt. Mitch Buchannon entsinnen konnte, begab es sich, dass ein irischer Barde auszog, um sich die Welt mit seinen Lauten Untertan zu machen. Der Erfolg erster Schaffensperioden blieb dabei aus, die Idee jedoch, einem inzwischen aus den Promikategorien A-D ausgeschiedenen Televisionsakrobat Tribut zu zollen und damit an vergessen geglaubte Heldentaten anzuknĂŒpfen hatte Bestand.
Zweitausendundeins wagt Singer/Songwriter Richard Murphy, mit Soloaliasprojekt 'Michael Knight', einen erneuten Griff in die Musikalienkiste und prĂ€sentierte nach seiner ''No More Lonely Knights EP'' (zweitausendunddrei) mit ''Youth Is Wasted On The Young'' (zweitausendundfĂŒnf) schließlich ein Kleinod-Sammelsurium der vergangenen sieben Jahre.
Der nunmehr zweite Langspieler ''I'm Not Entirely Clear How I Ended Up Like This'' steht ab April dieses Jahres zum Einkauf bereit und schmiert die GehörgĂ€nge der geneigten Hörerschaft mit ganz Großen wie auch kleinen, wie beabsichtigt versteckten, GefĂŒhlsarrangements. Sixties influenced polyphonic pop ''ist dabei wohl die nĂ€chstbeste Beschreibung, doch ist es eigentlich viel komplizierter'', erlĂ€utert Mr. Murphy die Klangwelt seines Silberlings. Es ist die Vorstellung ''Popmusik zu machen, aber klassisch zu schreiben. In der Art, vergleichbar einer Mischung des Spaghetti Western Soundtracks und den Beach Boys'.'
Lyrisch bewegt sich der inzwischen nach Berlin immigrierte Multi-Instrumentalist zwischen triefend schwarzem Humor, der Abarbeitung alltÀglicher ''blackly comic loser stories'' und den Traditionen eines Vladimir Nabokov, sowohl der fragilen Leichtigkeit Burt Bacharachs. Doch sollen die gesungenen Worte ''eher indirekt erzÀhlt und nicht autobiografisch'' verstanden werden.
So wurde der letzte Track des Albums als Namensgeber zwar in letzter Minute gewĂ€hlt, doch wirkt dies auch nicht zwingend zufĂ€llig. ''Da ist mein scheiß Job, bin verheiratet und was nun?'', ein kurzer Ausriss, stellvertretend fĂŒr die Eingebungen des Musizierenden.
''Ich erzĂ€hle was mir in den Kopf kommt und sowieso stehen neben der grĂ¶ĂŸeren Instrumentierung die Lyrics im Vordergrund, es ist persönlicher mit einem unique Songwriting" WĂ€hrend klassische Musik in seiner Heimat ''total uncool'' sei und eine Verbindung mit Pop nicht wirklich denkbar, scheint Herr Knight in der deutschen Hauptstadt nun den richtigen Platz fĂŒr sich gefunden zu haben. ''Berlin ist offener, bietet mehr Stilvielfalt und interessantere Venues. An eine RĂŒckkehr habe ich bisher nicht gedacht.''
''Die Musik ist Spaß fĂŒr mich selbst und ein Lob, wenn das Publikum es gut findet, die Weltmacht kommt dann spĂ€ter'', Richard lacht und fĂŒr einen kurzen Moment hat auch der alte Dave etwas an Glanz zurĂŒckgewonnen.

 


Der Klick zum Klang


www.myspace.com/michaelknightie








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